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Beckenbodentraining

Den Strukturen des Beckenbodens kommt die wichtige Funktion zu, den Rumpf nach unten zu begrenzen und ist mitverantwortlich für die Kontrolle unserer Ausscheidungen. Wenn es hier zu Funktionsstörungen kommt hat es für die Betroffenen meist sehr unangenehme Konsequenzen, wie z. B. Inkontinenz,  Reizblase, häufig wiederkehrende Harnwegsinfekte. Um hierauf sinnvoll reagieren zu können bedarf es einer genauen Analyse der Situation. Dies soll unter anderem Auskunft geben, ob es sich um eine funktionelle Störung im anatomischen Sinne handelt und welche Rolle seelische Belastungsfaktoren spielen.

Um einen Prozess in Gang zu setzen müssen die Betroffenen genau über physiologische Abläufe informiert sein. Erst, wenn der Mensch ein Bild dieser Zusammenhänge im Kopf hat, kann er angemessen reagieren. Der Beckenboden spielt als Funktionseinheit eine Zentrale Rolle für Körper und Seele.

Ich arbeite seit Jahren unter anderem nach dem Tanzberger Konzept. Es verbindet verschiedene Therapieansätze und ermöglicht es, das Thema von mehreren Seiten anzugehen. Gestalttherapeutische Aspekte, Anleitung ökonomischer Bewegungsmuster, Eigenübung, Wahrnehmungsförderung und manuelle Techniken an Becken und Wirbelsäule sind Bestandteil der therapeutischen Zuwendung. Es hat sich bewährt, zunächst einige Einzeltermine durchzuführen und im Anschluss an einer Gruppensituation teilzunehmen. Erlerntes wird verinnerlicht und beübt. Der Austausch mit anderen stellt für viele Menschen eine Entlastung dar. Eine ärztliche Abklärung der Beschwerdeursache ist erforderlich.

Diese Arbeit liegt mir seit langem besonders am Herzen. Beschwerden im Bereich des Beckenbodens stellen für viele Menschen eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar.

Während der Behandlung wird der Betroffen in hohem Maße aktiv eingebunden. Nimmt er diese Eigenverantwortung an, ist der erste Schritt zur Verbesserung der Ausscheidungskontrolle bereits getan. Mit einfachen Tipps und guter Information ist es oft möglich Erleichterung zu Schaffen. Um die Beckenbodenmuskulatur gezielt einsetzten zu können, werden Körperwahrnehmungsübungen angewendet. Diese empfinden die meisten Menschen als angenehm entspannend und sind daher im doppelten Sinne nützlich. Wer sich auf die Arbeit einlässt begibt sich auf eine spannende Spurensuche ins Innere.